Der Kantonale Gewerbeverband Appenzell Innerrhoden hat die Parolen zu den Eidgenössischen Abstimmungen vom 27. September 2026 gefasst. Sowohl die Neutralitätsinitiative als auch die Ernährungsinitiative werden abgelehnt. Bei der Neutralitätsinitiative sprach sich eine Zweidrittelmehrheit gegen die Vorlage aus, die Ernährungsinitiative wurde einstimmig abgelehnt.
Nein zu einer starren Neutralitätspolitik
Für den KGV AI ist die Neutralität ein wichtiger Pfeiler der schweizerischen Aussen- und Sicherheitspolitik. Das steht ausser Frage. Die Neutralitätsinitiative geht jedoch zu weit. Eine zusätzliche starre Verankerung in der Bundesverfassung würde den Handlungsspielraum der Schweiz unnötig einschränken.
Gerade als kleine, international stark vernetzte Volkswirtschaft ist die Schweiz auf stabile Beziehungen und eine funktionierende internationale Ordnung angewiesen. Sie muss auch künftig angemessen auf geopolitische Veränderungen reagieren und bei Bedarf wirtschaftliche Sanktionen mittragen können. Ebenso soll die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit anderen Staaten möglich bleiben.
Der KGV AI ist überzeugt, dass sich die heutige Neutralitätspolitik bewährt hat und der Schweiz den notwendigen Spielraum lässt, ihre Interessen zu wahren. Deshalb sprach sich die Mehrheit der Mitglieder vom KGV AI für die Nein-Parole zur Neutralitätsinitiative aus.
Klares Nein zur Ernährungsinitiative
Die Ernährungsinitiative wurde vom KGV AI einstimmig abgelehnt. Eine starke einheimische Lebensmittelproduktion und die sichere Versorgung der Bevölkerung sind wichtige Anliegen. Die Initiative wählt dafür jedoch klar den falschen Weg.
Die geforderten Vorgaben würden weitreichende, kostspielige, staatliche Eingriffe in die landwirtschaftliche Produktion und vor allem auch in das Konsum- und Ernährungsverhalten mit sich bringen. Davon wären nicht nur Landwirtschaftsbetriebe betroffen, sondern die gesamte Wertschöpfungskette – von der Lebensmittelverarbeitung über den Detailhandel bis zur Gastronomie und den Kundinnen und Kunden. Ausserdem sind die Ziele innerhalb von zehn Jahren kaum erreichbar.
Dem KGV AI sind eine starke, produzierende Schweizer Landwirtschaft und regionale Lebensmittelkreisläufe wichtig. Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit sollen jedoch mit praxistauglichen Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden und somit die Wahlfreiheit von Konsumentinnen und Konsumenten gewährleistet bleiben.
Die Mitglieder des KGV AI haben deshalb einstimmig die Nein-Parole zur Ernährungsinitiative beschlossen.